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Jugendschutz: auch der KSV ist dabei

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Tags: JugendschutzLandratsamtKSV
Hallo zusammen,

nachdem der Bundestag bereits im Jahr 2012 ein Gesetz zum besseren Schutz der Jugend verabschiedet hat, wurde um dessen sinnvolle Umsetzung bis jetzt von den Ländern und Kommunen gerungen. Seit dem 1. Januar ist es nun in Kraft, sinnvoll umgesetzt ist es noch nicht wirklich. Doch worum geht es eigentlich?

Der § 72a SGB VIII soll einschlägig vorbestraften Personen den Zugang zu ehrenamtlichen Ämtern in Vereinen, Verbänden und Einrichtungen erschweren. Dazu sollen sich alle Vereine verpflichten, alle ihre im Verein tätigen Personen, die Kontakt zu Jugendlichen haben zu prüfen und dem Jugendamt zu bestätigen, dass keine einschlägige Vorbestrafung vorliegt. Dazu muss der Verein für die jeweiligen Personen ein erweitertes Führungszeugnis bei dem für die Person zuständigen Einwohnermeldeamt beantragen. Dieses bekommt die Person dann nach Hause gesendet. Die Kosten hierfür übernimmt in der Regel die Kommune. Dieses Zeugnis ist dem Vereinsvorstand vorzuzeigen. Und hier beginnt schon das Bauchweh.

Es könnte ja theoretisch ein Eintrag im Führungszeugnis stehen, z.B. Trunkenheitsfahrt etc., der mit den Jugendschutzparagraphen gar nichts zu tun hat. Somit muss die Person Daten preisgeben, die für die Sache nicht relevant sind. Da das Führungszeugnis ohnehin nicht kopiert und dem Vorstand ausgehändigt werden darf, kann die Person das umgehen, in dem sie mit dem Zeugnis wieder auf das Einwohnermeldeamt gehen und eine Negativbescheinigung ausstellen lassen. Diese wiederum darf der Vereinsvorstand bei sich ablegen. Es wird vom Jugendamt empfohlen, darüber eine Liste zu führen.

Die relevanten Personen müssen das Prozedere alle fünf Jahre wiederholen, denn das ist der Prüfungszeitraum. Das ergibt in Laufe der Zeit einen hübschen Zusatzaufwand für die Vereine. Eine fünfjährige Überprüfung bedeutet aber auch, dass wenn die Person im Jahr eins noch "clean" war und im Jahr zwei dann wegen z.B. sexueller Belästigung von Jugendlichen vorbestraft wird und es geschieht außerhalb des Vereins, kommt das frühestens fünf Jahre nach der letzten Überprüfung heraus. Doch da wäre die Person noch über drei Jahre im Amt und könnte dies zum Nachteil der Jugendlichen ausnutzen. 

Es bleibt zu hoffen, dass dieses im Grunde sinnvolle Gesetz über die Jahre noch verbessert wird. Es gilt die immer noch vorhandenen Lücken zu schließen und die Handhabung für Vereine und Kommunen zu erleichtern. Denn so wie es jetzt ist, kann es fast nicht bleiben. Trotzdem haben wir wie viele andere Vereine auch die Vereinbarung unterschrieben. Zum einen, weil man Kinder und Jugendliche nicht genug vor Leuten mit bösen Absichten zu schützen, zum anderen weil künftig auch die Jugendförderung des Landkreises daran hängt.

Wer sich genauer über das Gesetz informieren möchte, wen es betrifft und überhaupt kann es hier nachlesen.



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